Miriam Freudig
/ Journalistin
Miriam Freudig

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Miriam Freudig
 
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Vita  /

Reportage, Feature

Was ich mag: mit Mikrophon und Aufnahmegerät in die Ferne ziehen oder um die Ecke schauen. Töne und Zwischentöne einfangen. Aktuelles und Hintergründiges. Kurz und lang. Mir Zeit nehmen für Menschen, Orte und ihre Geschichten. Themen: Raumpioniere in Ostdeutschland, der Mann, der die Mauer abriß, Soundseeing Montréal, Proust-Comics aus Paris.

Studium: Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Soziologie. Volontariat beim Südwestrundfunk. Weiterbildung an der Ostkreuzschule für Fotografie. 
Seit 2001: Autorin für die ARD und DeutschlandRadio, Dozentin für die katholische Rundfunkarbeit am SWR und die KLARA Journalistenschule. Auch Print und Fotografie.

Publikationen  /

Soundseeing Montreal

Auf der Suche nach der Seele einer Stadt — Manche Städte sind umwerfend schön, andere haben eine lange Geschichte – Montreal hat weder das eine noch das andere zu bieten. Doch wer einmal dort war, möchte nicht mehr weg. Vielleicht genau aus diesem Grund: Die frankokanadische Metropole wird nie reich und berühmt sein. In dieser Stadt kann man noch Spuren hinterlassen, weil sie so unvollendet ist, sagen ihre Bewohner. Ein schöner, angeschlagener Boxer, der nie Weltmeister sein wird. Hässlich, mit Seele. Was ist es, das diese Stadt so anziehend macht? Eine Suche nach ihrem Wesen, ihren Klängen, ihrer Geschichte.

SWR 2 Feature am Sonntag, 12.06.2011

Raumpioniere in Ostdeutschland

Die Rückkehr aufs ostdeutsche Land — Immer mehr Menschen verlassen Ostdeutschland. Vor allem die Jungen, gut Ausgebildeten zieht es fort. Viele Brandenburger Städte und Dörfer werden in  den nächsten Jahrzehnten bis zur Hälfte ihrer Einwohner verlieren. Doch es gibt auch Menschen, die genau den umgekehrten Weg gehen: rein in die verlassenen Orte, auf zu neuen Projekten. Sie sanieren einen alten Bauernhof um dort zu leben und zu arbeiten. Sie legen Gärten an, ziehen alte Gemüsesorten, bieten Kochkurse an, gründen Kulturhöfe. Können die selbsternannten „Raumpioniere“ der Verödung von Landstrichen etwas entgegensetzen? Mit welchen Ideen ziehen sie aufs Land und welche Erfahrungen machen sie? Was passiert mit einem Dorf, in das Fremde ziehen, um etwas Neues auf die Beine zu stellen?

SWR2 Wissen, 2008 

 

Der letzte Sänftenträger

Das Leben von Monsieur Séry erzählt die Geschichte der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Er trug Zuckerbarone, französische Verwaltungsbeamte und  seine Frau durch die dichte Vegetation. Heute ist die Insel Wanderparadies.

taz, 05. 03. 2005

Das Meer weitet Auge und Seele

Auf der Halbinsel Gaspé im Osten Kanadas — In der Sprache der Ureinwohner bezeichnet Gaspé ‚das Ende der Welt‘. Die Halbinsel Gaspé liegt im Osten der kanadischen Provinz Quebec. Viele Menschen ziehen von hier fort, weil es kaum Arbeit gibt. Doch manche von denen, die am Sankt Lorenz Strom aufgewachsen sind, kommen auch wieder zurück. Sie haben ohne die Weite nicht leben können, sagen sie. Wieder andere ziehen in die Gaspésie, um hier etwas aufzubauen. Hélène hat eine Herde von einhundert Ziegen und stellt Käse her. Sie möchte helfen, die Landwirtschaft wieder anzukurbeln. Claudine betreibt in der Stadt Gaspé ein Bistro, damit Künstler aus der Gegend einen Ort haben, an dem sie ausstellen und Musik machen können. Sie sagt: ‚Wenn man ein Mädchen vom Meer ist, dann weitet einem das Meer Auge und Seele.‘

Deutschland Radio, 28. 09. 2003